Information für Medienschaffende

DIGNITAS wird oft gebeten, zum Thema «Sterbehilfe», wie auch zu aktuellen Geschehnissen rund um die Tätigkeit von DIGNITAS selbst, Stellung zu nehmen. DIGNITAS tut dies normalerweise nur in Ausnahmefällen – aus folgenden Gründen:

  • Interviews, Teilnahme an Fernsehsendungen, Stellungnahmen, usw. sind meist sehr zeitaufwändig. DIGNITAS ist jedoch eine kleiner gemeinnütziger Verein und verfügt nur über bescheidene personelle und finanzielle Ressourcen. Die Energie von DIGNITAS ist primär für die Bedürfnisse seiner Mitglieder und der vielen Anfragenden in Not reserviert. Diese ist die oberste Priorität für DIGNITAS – alles Andere muss hinten anstehen.
  • Viele Anfragen beziehen sich auf allgemeine Informationen – welche jedoch problemlos auf unserer, dieser Internetseite www.dignitas.ch abrufbar sind. Diese Webseite ist die einzige zuverlässige Informationsquelle von und über DIGNITAS.
  • Oft werden Zahlen gewünscht, z.B. wie viele Personen aus einem bestimmten Land eine Freitodbegleitung in Anspruch genommen hätten. Solche Anfragen beantworten wir generell nicht, denn 1.) hat DIGNITAS Wichtigeres zu tun, als Statistik-Zahlenmaterial zu sammeln, und 2.) ist es irrelevant, ob 20, 19 oder 21 Personen aus diesem oder jenem Land zu DIGNITAS gereist sind: Jede Person, die ihre Heimat verlassen und in ein anderes Land reisen muss, um das Menschenrecht auf Selbstbestimmung am Lebensende ausüben zu können, ist letztlich eine zu viel.
  • Oft erfolgen Medienanfragen als Reaktion auf Berichte in anderen Mediengefässen. Viel Reaktion anstatt Aktion ist die Folge: Man bittet DIGNITAS um eine kurze Stellungnahme, meist mit viel zu kurzer Frist. Dies erlaubt jedoch nicht, auf das komplexe Thema von Suizidversuchen, deren Prävention und die Sterbebegleitung von Schwerkranken vertieft einzugehen.
  • Viele Berichte werden reisserisch gestaltet, oder die Arbeit von DIGNITAS wird auf die Freitodbegleitung, «das Sterben» reduziert. Diese sensationslüsterne Art, über Menschen in Krisensituationen und ihre Suizidabsichten zu berichten, entbehrt jeglichen Respekts für den Menschen und sein Leiden. Es geht da nur noch um Effekthascherei anstatt Aufklärung der Öffentlichkeit. Der Zürcher Ordinarius für Soziologie und Kommunikationswissenschaft, Kurt Imhof, erklärt diese neue Lage in den Medien so: «...Wir haben es mit zwei gerade in jüngerer Zeit notorisch bekannten Akteuren der Empörungsbewirtschaftung zu tun, den Medien und Teilen des politischen Personals, die den Medienpopulismus mit einem politischen Populismus ergänzen. Beides zusammen reicht, um gewaltigen Unsinn zu produzieren... Dazwischen werden die Fakten zurechtgehämmert. Was dabei rauskommt, geht stramm in Richtung Fiktion...» (NZZ, 8.12.2007). Er spricht gar von einer «Pulverisierung aller Objektivitätsnormen» durch die Zusammenarbeit von Medien mit politischen Populisten, die sich Medienhypes zunutze machen.
  • Viele Medienschaffende scheinen aus Termin- und ökonomischem Druck heraus weder Zeit noch Interesse aufzubringen, eine gründliche Recherche zum komplexen Thema der Suizidversuchsprävention und Suizidbeihilfe durchzuführen. Stattdessen werden aus dem Kontext herausgelöste Fragen gestellt und Halbwahrheiten verbreitet, die dann beim Leser ein verzerrtes Bild entstehen lassen.

DIGNITAS ist generell nur dann bereit, mit Hintergrund­informationen beizutragen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • die Anfrage hat einen klar abgesteckten Rahmen, ein Konzept, die Informationen auf www.dignitas.ch wurden bereits eingehend gelesen sowie eine gründliche Recherche durchgeführt;
  • es muss genügend Raum vorhanden sein, um alle Aspekte der Arbeit von DIGNITAS aufzuzeigen;
  • auf jegliche tendenziöse, reisserische und die Wahrheit verzerrende Aufmachung wird verzichtet.

Den sich seuchenartig ausbreitenden «Mac-Journalismus», der dem komplexen Thema in keiner Weise gerecht wird, lehnt DIGNITAS ab. DIGNITAS kooperiert deshalb mit einigen Verlagshäusern und Journalisten grundsätzlich nicht mehr.

 

Lesen Sie auch den Leitfaden für Medienschaffende von IPSILON - Initiative zur Prävention von Suizid in der Schweiz:

www.ipsilon.ch/de/medien/medienguidelines.cfm

 
 

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